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Artikel von garten-reinisch.at am 13.05.2026
Die Grüne Reiswanze und die Grüne Stinkwanze breiten sich seit einigen Jahren rasant in Österreich aus und sorgen sowohl in privaten Gemüsegärten als auch in der Landwirtschaft für massive Schäden. Besonders in Wien und Ostösterreich werden die Schädlinge immer häufiger gesichtet. Während sie im Sommer Obst- und Gemüsepflanzen befallen, suchen sie im Herbst geschützte Plätze an Hauswänden, Terrassen oder Gartenmöbeln zum Überwintern.
In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie grüne Wanzen erkennen, welches Schadbild typisch ist und welche biologischen Maßnahmen wirklich helfen.
Die grüne Reiswanze
Die Grüne Reiswanze gehört zur Familie der Baumwanzen und wird etwa 14 bis 16 mm lang. Charakteristisch ist ihre meist kräftig grüne Färbung. Besonders auffällig ist die weiße Punktreihe am vorderen Rückenschildrand sowie der helle, transparente Bereich der Flügeldecken. Dadurch lässt sie sich gut von der Grünen Stinkwanze unterscheiden.
Die ersten adulten Tiere erscheinen bereits im Frühjahr nach der Überwinterung. Im Gewächshaus kommt es oft schon früh zu Verpaarungen und Eiablagen. Auch im Freiland wurden im Raum Wien bereits erste aktive Tiere gesichtet.
Ein Weibchen legt mehrmals pro Saison Eigelege mit bis zu 100 Eiern ab. Die Entwicklung verläuft über mehrere Larvenstadien bis zur ausgewachsenen Wanze.

grüne Reiswanze im 5. Larvenstadium

grüne Reiswanze ausgewachen
Die grüne Stinkwanze
Die Grüne Stinkwanze ist etwas kleiner und besitzt einen breit-ovalen Körper. Von Frühling bis Herbst zeigt sie eine grüne Grundfarbe mit feiner dunkler Punktierung. Im Herbst verfärbt sie sich temperaturbedingt braun oder rotbraun, bevor sie nach der Überwinterung wieder grün wird.
Beide Wanzenarten gelten mittlerweile als invasive Schädlinge und verursachen zunehmend Probleme im Gemüsebau.

grüne Reiswanze Herbstfärbung

grüne Stinkwanze ausgewachen
Typisches Schadbild an Gemüse und Obst
Die Wanzen stechen mit ihrem Saugrüssel junge Früchte, Blätter, Samen und Triebe an und saugen Pflanzensaft. Dadurch entstehen:
- Flecken und Verfärbungen
- Verkrüppelungen der Früchte
- Wachstumsstörungen
- vorzeitiges Verderben
- massive Ernteverluste
Besonders betroffen sind:
- Paradeiser und Cocktailtomaten
- Paprika
- Bohnen
- Gurken
- Zucchini
- Beerenobst
Vor allem Bio-Landwirte stehen vor großen Herausforderungen, da chemische Pestizide nur eingeschränkt oder gar nicht eingesetzt werden dürfen.

grüne Reiswanze Larven auf geschädigten Cocktailparadeisern
Grüne Wanzen biologisch bekämpfen
1. Regelmäßiges Absammeln
Die wichtigste Sofortmaßnahme ist die regelmäßige Kontrolle der Pflanzen. Eier, Larven und adulte Tiere sollten möglichst früh erkannt und entfernt werden.
Besonders im Herbst verstecken sich die Wanzen gerne:
- an Hauswänden
- unter Gartenpolstern
- in Fenster- und Türrahmen
- in Gewächshäusern
Frühzeitiges Handeln verhindert eine starke Vermehrung.
2. Neemöl gegen Wanzen einsetzen
Neemöl gilt als bewährtes biologisches Mittel gegen saugende Schädlinge. Der Wirkstoff aus den Samen des Neem-Baumes hemmt die Entwicklung und Häutung der Wanzen und reduziert zusätzlich die Fruchtbarkeit adulter Tiere.
Vorteile von Neemöl:
- biologisch abbaubar
- für viele Nützlinge schonend
- ganzjährig anwendbar
- als Spritz- oder Gießmittel verwendbar
Neemöl hilft außerdem gegen:
- Blattläuse
- Thripse
- Trauermücken
- Weiße Fliegen
- Spinnmilben
- Kartoffelkäfer
Wichtig: Anwendungshinweise des Herstellers unbedingt beachten.
3. Schlupfwespe Trissolcus basalis – natürlicher Gegenspieler der Reiswanze
Eine besonders effektive biologische Methode ist der Einsatz der parasitoiden Schlupfwespe Trissolcus basalis.
Die Schlupfwespe parasitiert die Eier der Grünen Reiswanze. Statt einer neuen Wanze entwickelt sich daraus eine Schlupfwespe. Ein einziges Weibchen kann dabei bis zu 90 Wanzeneier parasitieren.
Optimaler Einsatzzeitpunkt
Die Nützlinge sollten eingesetzt werden:
- sobald erste adulte Wanzen bei der Paarung beobachtet werden
- spätestens beim Auffinden erster Eigelege
- bei Temperaturen ab mindestens 17 °C
Für den bestmöglichen Erfolg wird eine Kur mit drei Teillieferungen im Abstand von jeweils zwei Wochen empfohlen.
Wissenswertes zur Schlupfwespe
- Lebensdauer bei 25 °C: bis zu 4 Wochen
- Entwicklungsdauer im Ei: ca. 15 Tage
- empfohlene Aufwandmenge: 1–2 Schlupfwespen pro m²
Besonders attraktiv als Nahrungsquelle für die Schlupfwespen sind:
- Basilikum
- Buchweizen
- Tagetes
Diese Pflanzen fördern die natürlichen Nützlinge zusätzlich im Garten.
4. Pflanzenschutznetze als Vorbeugung
Engmaschige Pflanzenschutznetze verhindern, dass Wanzen ihre Eier auf Gemüsepflanzen ablegen. Die Netze sollten möglichst früh im Frühjahr angebracht werden, bevor die ersten Tiere aktiv werden.
Diese Methode eignet sich besonders für:
- Tomaten
- Paprika
- Gurken
- Bohnen
- Zucchini
Fazit: Frühzeitige Kontrolle schützt vor Ernteverlusten
Die Grüne Reiswanze und die Grüne Stinkwanze stellen mittlerweile eine ernstzunehmende Gefahr für Gemüse- und Obstkulturen dar. Besonders wichtig sind regelmäßige Kontrollen im Frühjahr und Sommer sowie der frühzeitige Einsatz biologischer Maßnahmen.
Mit einer Kombination aus:
- Absammeln
- Neemöl
- Schlupfwespen
- Pflanzenschutznetzen
lassen sich die Schädlinge nachhaltig und umweltschonend reduzieren – ganz ohne chemische Keule.

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